CAMOTEST
Eine kleine Geschichtsstunde

Tarnmuster?

- eine kurze Geschichtsstunde.

Der Wunsch unsichbar zu sein ist so alt wie die Menschheit.

Ob nun die Tarnkappe in den Nibelungen oder das goldene Flies in den griechischen Sagen, es wurde schon immer als sehr praktisch empfunden nicht sofort oder sogar garnicht gesehen zu werden.

Schon im 16. Jahrhundert setzen Wildhüter "Tarnkleidung " ein um nicht entdeckt zu werden, zum einen um vom Wild nicht wahrgenommen zu werden und zum anderen um Wilderern aufzulauern

Hierzu stellten sich die Ghillies Tarnkleidung aus Blättern, Stofffetzen u.ä. her, um nicht entdeckt zu werden.

Noch heute findet der Ghillie bei der Jagd, bei der Naturfotografie oder beim Militär Anwendung.



Seid dem 16. Jahrhundert im Gebrauch. Hier ein Ghilliesuit modernen Machart


Wehrmachtsoldat in feldgrauer Uniform (nachgestellt)


Wehrmachtssoldat in "Buntfarbdruck 31" 3-Ecksplane (nachgestellt)

Eichenlaub-Tarnmuster.
Hier das (nachgestellte) Foto eines Soldaten
der Waffen-XX mit einer Schlupfjacke in
Eichenlaub-Tarnmuster.


Moderner Soldat in kompletter All-Over-
Print Tarnkleidung (hier in Rooivalk, einem
zivilen Tarnmuster der Firma BE-X)
 Tarnmuster der US. Army (ACU AT)
Hier das neuste Tarnmuster der US. Army (ACU AT) neben einer der ältesten Tarnkleidung, dem Ghilliesuit. Hier muss man leider feststellen das neu nicht immer gut ist!

Das Militär endeckte im 1. Weltkrieg die Wichtigkeit von "unauffälliger"Kleidung.

Schnell stellte man fest das die Soldaten in ihren teilweise sehr bunten Uniformen ein hervorragendes Ziel für feindliche Scharfschützen abgaben.

Durch die sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts sich rasant schnell ändernde Art der Kriegsführung wurde es erforderlich dem Soldaten eine Kleidung zur Verfügung zu stellen die ihn nicht so leicht wahrnehmbar machte.

Denn wer nicht gesehen wird, wird auch nicht so schnell erschossen!

1929 wurde bei den ital. Streitkräften das erste "echte" Tarnmuster für Kleidung eingeführt - Telo Mimetico. Dies wurde bei der ital. Armee noch bis in die 80er Jahre weiterverwendet.

Anfang des 2. Weltkrieg war die deutsche Wehrmacht die erste Armee die truppendeckend mit "Tarnbekleidung" ausgerüstet wurde.

Naja wenigstens sowas wie Tarnbekleidung.

Die deutschen Soldaten hatten die 3-Ecksplane Buntfarbdruck 31 in ihrer Ausrüstung. dies war eine beidseitig mit Tarnmuster bedruckte Mehrzweckplane in 3-eckiger Form mit einem Schlitz in der Mitte so das sie auch als Poncho getragen werden konnte.

Nachdem sich die Soldaten aus diesem Planen in Eigenarbeit (Frontfertigung) Tarnjacken und Helmbezüge aus dem Planen genäht hatten wurden 1942 (wenn auch nicht flächendeckend) Tarnschlupfjacken eingeführt.

Auch bei der russichen Armee wurden schon in der ersten Hälfte des Krieges Überzieher-Overalls mit Tarnprint ausgegeben. Jedoch fast ausschliesslich an Scharfschützen.

Die Waffen-XX rüstete ab 1942 ihre Soldaten mit Schlupfjacken und Helmbezügen in neuentwickelten Tarnmustern aus die heute unter den Namen Eichenlaubtarn, Platanentarn, Erbsentarn und Palmentarn bekannt sind.

Dies waren Tarnmuster die sich hinter den heutigen Mustern moderner Machart was sie Tarnwirkung angeht nicht zu verstecken brauchten.

Ab 1943 wurden dann auch Hosen in den Tarndrucken eingeführt, die klassiche All-Over-Print Kleidung wie wir sie heute kennen war geboren.

In der 2. Hälfte des 2. WK wurden auch auf englischer (Brush-Stroke) und amerikanischer Seite (Pacific-Camo) Bekleidungen in Tarnmustern ausgegeben, wobei sich der Einsatz bei den US. Streitkräften hierbei , aufgrund von Verwechselungsgefahr mit den deutschen Tarnmustern, fast ausschlieslich auf den Pazifikraum beschränkte.

Im Laufe der nächsten Jahrzehnte entwickelten sich die Tarnmuster weiter und auch auch die Ausrüstungsgegenstände wie Patronentaschen, Sturmhauben, Rucksäcke, Kampfmittelwesten etc. wurden in den passenden Tarnmustern gefertigt um dem Soldaten eine noch weiter verbesserte Tarnung zu gewährleisten.

Der neuste Trend in der Tarnmuster-Evolution ist das aufkomme von kleingemusterten "Digital"-Camo-Mustern wie Marpat und CadPat.

Die in den 80er recht dunkel gewordenen Muster (z.B. Woodland) werden wieder heller da Wissenschaftler herrausgefunden haben das das menschliche Auge ehr dunkle als helle Flächen wahrnimmt.

Während man in den 80ern noch der Meinung war mit dunklen Farben das Schattenspiel des natürlichen Lichts besser nachzuahmen zu können hat man heute andere Präferenzen.

Wir werden sehen was die Zukunft in Sachen Tarnmuster bereithält und können uns anhand dieser Seite, dieses Camotests selber ein Bild davon machen welches Muster unter welchen Umständen gut tarnt und welches weniger.

Heutzutage wird Tarnkleidung nicht nur vom Militär genutzt und geschätzt, im privaten Bereich wird es gerne von Jägern, Naturfotografen, Softairsportlern und allen denen getragen die es vorziehen sich unauffällig durch die Natur zu bewegen.

Auch aus der Mode und der alltäglichen Bekleidung ist Camouflage kaum noch wegzudenken, Univil oder Camo-Fashion sind heute in der Mode weitverbreitete Schlagworte.

Ob als Hose, Jacke, T-Shirt oder Rucksack - Kleidung und Gebrauchsgegenstände in Tarnmustern setzen Akzente und lösen damit die Tarnmuster aus ihrer früheren rein militärischen Bedeutung, frei nach dem Motto "Schwerter zu Pflugscharen".

Kleiner Tipp zum direkten Vergleich der Fotos - jedes Foto lässt sich in einem eigenen Pop-Up-Fenster öffnen und dann direkt neben oder übereinander vergleichen.

Viel Spass beim Suchen und finden des persönlichem Lieblingsmusters.
   
 
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